Home » Gebärdensprache » In Bozen (Italien): Gehörlose fordern Anerkennung der Gebärdensprache vom Staat
15. Oktober 2010

Am Donnerstag haben sich Südtiroler Gehörlose in Bozen vor dem Regierungskommissariat zu einer Kundgebung versammelt. Auch in anderen Regionen gab es ähnliche Protestveranstaltungen Gehörloser.

Der Grund dafür war, dass der Gesetzentwurf zur Anerkennung der Gebärdensprache vom italienischen Staat immer noch nicht genehmigt wurde und schon seit einem Jahr bei der Senatskommission liegt. ”Die Gehörlosen sind nun wirklich müde, so lange auf ihre Grundrechte zu warten, die unter anderem von der UNO-Konvention der Rechte der Menschen mit Behinderung festgeschrieben und vom Italienischen Staat ratifiziert worden sind”, betont der Präsident des Taubstummenverbandes Bozen, Benedikt Gasser. Die Gehörlose Delegation wurde vom Vizekommissar empfangen, der ihnen versicherte, sich für eine Behandlung des Gesetzentwurfs zur Anerkennung der Gebärdensprache einsetzen zu wollen. Die Zeichen, die in der Zeichensprache verwendet werden, sind nicht einfach nur eine Sammlung von Gesten zum Kommunizieren. Die Zeichensprache verfügt über eine eigene Grammatik. Die Zeichen der Zeichensprache sind von Land zu Land verschieden, verfügen aber über gemeinsame Basiselemente, die überall gleich verstanden werden. ”Man kann also sagen, dass sie eine eigene Sprache darstellen, zu vergleichen mit der gesprochenen Sprache”, so Gasser. Heute wird in den meisten Ländern ein Erziehungsmodell angewandt, das für taubstumme Kinder die parallele Verwendung der Zeichensprache und der gesprochenen bzw. geschriebenen Sprache in verschiedenen Kontexten und mit verschiedenen Gesprächspartnern vorsieht. [Bild und Text Quelle]