Home » Allgemein » Todtnauberg – Rund 60 Gehörlose kamen zur Deutschen Meisterschaft

- Den Schnee sehen, aber nicht hören . Deutsche Gehörlosen-Skimeisterschaft in Todtnauberg mit kompletter Nationalmannschaft / Begeisterte Rennläufer beim Slalom.Es lag nicht nur am herrlich sonnigen Wetter, sondern auch an der allgemein positiven Stimmung, dass die Teilnehmer der Deutschen Gehörlosen-Skimeisterschaft in Todtnauberg am vergangenen Wochenende so strahlten und fröhlich waren.”Wir kommen sehr gerne hierher, es ist jetzt schon das fünfte Mal. Die Menschen sind alle sehr nett, und die Organisation klappt jedes Mal prima”, sagt die Verbandsfachwirtin für Wintersport, Katja Basl, begeistert. Sie hört dank eines “Cochlea-Implantats” sehr gut und fungiert als Dolmetscherin. Ausrichter der Rennen in Ski alpin, Snowboard und Langlauf ist der Gehörlosenverband Freiburg, verantwortlich für Kurssetzung und Zeitnahme ist der Skiclub Todtnauberg. Rund 60 Teilnehmer aus ganz Deutschland von Jugendlichen bis Erwachsene sind in den Schwarzwald gekommen, unter ihnen die komplette Nationalmannschaft. Die geht in zwei Wochen bei den “Deaflympics” in der Slowakei an den Start (deaf heißt im Englischen taub), also bei den olympischen Winterspielen für Gehörlose, zu vergleichen mit den “Paralympics”, Olympiade für Sportler mit körperlicher Behinderung. Hohe Erwartungen setzt man in Matthias Becherer, Philipp Eisenmann und Nadja Vontheim, sagt Katja Basl. Damit alle Läufer unter gleichen Bedingungen fahren, müssen Schwerhörige vor dem Rennen ihre Hörgeräte ablegen. Zum Start zugelassen sind Fahrer, die an einem Hörverlust ab 55 Dezibel leiden.Gebärdensprache im TrainingDas Training ist schwierig, da die Kommunikation über die Gebärdensprache geht, muss die Technik zunächst im Stehen erlernt werden, was sehr zeitaufwendig ist, erklärt die Sportfachwirtin. Nicht nur das Gleichgewichtsproblem ist für Gehörlose ein Handicap, auch stellt es ein großes Problem dar, die Qualität des Schnees nicht zu hören, oder beim Langlauf einen von hinten nahenden Fahrer nicht zu hören. “Die Strecke ist genauso gesetzt wie für hörende Fahrer”, erklärt Kurssetzer Florian Schneider vom Skiclub Todtnauberg, der selbst jahrelang Rennen gefahren ist. 30 bis 35 Tore sind jeweils für den Riesenslalom und den Slalom gesteckt. Er sei jedes Mal beeindruckt vom sportlichen Können und der fröhlichen Begeisterung der Rennläufer, gibt er zu. Dass Gehörlosigkeit nicht gleichzeitig bedeutet, stumm zu sein, machte Favorit Matthias Becherer deutlich: Lauthals fluchte er im Zieleinlauf, weil er nicht zufrieden war mit seiner gefahrenen Zeit. Philipp Eisenmann, ein weiterer Hoffnungsträger bei den “Deaflympics”, vertraut bei den olympischen Spielen auf seine Erfahrung. Der mittlerweile 34-Jährige war bereits mehrfacher Deutscher Meister, erst im letzten Jahr gewann er den Slalomlauf. In der Slowakei erwartet er vor allem im Abfahrtslauf gute Zeiten und hofft natürlich auf eine Medaille.   (Bild und Text Quelle)

Alle Ergebnisse mit Zeiten siehe hier !

Kategorien: Allgemein, Presse aus BW, Sport