Home » Allgemein » NRW: Taubstumme wegen Menschenhandels verurteilt

NRW: Taubstumme wegen Menschenhandels verurteilt

Veröffentlicht vonadmin am 27 - Januar - 2012 0 Kommentare

Vor Gericht waren (fast) alle sprachlos  -

DÜSSELDORF – 26.01.2012 – Viel Unruhe herrschte Donnerstag nicht im Gerichtssaal. Schließlich waren fast alle Beteiligten taubstumm. Zwei Gebärdendolmetscher mussten übersetzten. Ein ungewöhnlicher Anblick. Dabei hatte das Ehepaar Aniezka und Robert B. (36, 44) aus ihrer Behinderung ein dickes Geschäft gemacht. Sie hielten sich taubstumme Landsleute aus Polen als Sklaven und zwangen sie zum Betteln. Doch die Strafe, die beide dafür kassierten fiel äußerst milde aus: Nur eineinhalb Jahre und zwei Jahre Bewährungsstrafe für den grausamen Menschenhandel. Ausgestattet mit Schlüsselanhängern und Zettelchen, auf denen um Hilfe gebeten wurde, zogen die Opfer durch die Straßen. Den Erlös mussten sie abtreten und wenn mal zu wenig erbettelt wurde, hagelte es Prügel und Tritte. Statt sich um die Landsleute zu kümmern, sperrte man sie ein, ließ sie hungern. In der Vergangenheit hatte das Ehepaar immer geleugnet. Deshalb mussten die Opfer in ihrer Heimat vernommen werden. Das Ergebnis war verheerend: Ungeheures hatten sie erleben müssen. Doch das steht alles nur auf dem Papier. Fraglich ist, ob die Betroffenen auch in Deutschland aussagen würden. Deshalb redete der Richter auf die Angeklagten ein: „Wenn Sie ein Geständnis ablegen, würde sich das noch mehr strafmildernd auswirken. Denn ohne sie könnte man den Fall vielleicht nie aufklären.“ Damit war das Eis gebrochen. Die Angeklagten gaben per Geste zu verstehen, dass alle Vorwürfe stimmen. Mehr wollte man dazu allerdings nicht erklären. Der Richter aber gab auch zu: „Dieses Urteil mag schwer nachvollziehbar sein.“ (Bild und Text Quelle)

Und 2 weitere Berichte: