Home » Allgemein » Freiburg – Gehörlose Stadtführer: Ohne Worte durch Freiburg

Michael Küttenbaum und Udo Brentzel sind gehörlos und seit gestern geprüfte Gästeführer.

Gestern haben zwei gehörlose Menschen die offizielle Gästeführerprüfung absolviert – ein Novum in Freiburg. Sie werden ihre Gäste künftig per Gebärdensprache durch die Stadt geleiten.
In der Münsterbauhütte geht es ganz schön laut zu. Doch Michael Küttenbaum und Udo Brentzel stört das nicht. Beide sind gehörlos. Sie interessieren sich sehr für das Münster, dessen Restaurierung und die Wiederherstellung der Skulpturen. Gästeführerin Inge Wolf kennt sich bestens in der Münsterbauhütte aus. Sie führt die beiden mit ihrer Übersetzerin durch die Werkstatt und das Museum. Die Gebärdensprachendolmetscherin hat allerhand zu tun. Sie platziert sich zwischen der erfahrenen Gästeführerin und ihren beiden gehörlosen Auszubildenden.
Inge Wolf weiß, wann welches Werkzeug wie benutzt wurde und kennt die geschichtlichen Hintergründe dazu. Damit die Dolmetscherin keine Jahreszahl und kein Detail verpasst, folgt sie angestrengt den Ausführungen. Udo Brentzel und Michael Küttenbaum verfolgen jede Bewegung, damit auch sie nichts versäumen. Jahreszahlen und einzelne Begriffe formt sie mit ihren Lippen klar ablesbar nach.

Anderen Gehörlosen die Stadt zu zeigen, ist ein reizvoller Gedanke

Der 48-jährige Udo Brentzel arbeitet seit 28 Jahren als Gärtner beim Garten- und Tiefbauamt. Ihm gefällt seine Ausbildung zum Gästeführer für Gehörlose. Das Münster beeindruckt ihn besonders. Sein 50-jähriger Kollege Michael Küttenbaum interessiert sich zudem besonders für die Geschichte der Bächle und die Altstadt. An der neuen Aufgabe reize ihn vor allem, andere Gehörlose mit der Geschichte Freiburgs zu beeindrucken. Als Freiburger tue er sich hierbei sowieso leicht.
Die beiden kennen sich schon seit der gemeinsamen Schulzeit an der Gehörlosenschule in Stegen. Nun haben sie zusammen für die Abschlussprüfung zum Gästeführer gebüffelt. Sieben Monate hat es gedauert, 50 bis 60 Ausbildungsstunden vor Ort gab’s, dazu Eigenlektüre: Freiburger Biografien und Stadtgeschichte.
Der Gehörlosenbund “Breisgau-Perle” hat die in dieser Form neuartige Ausbildung zusammen mit dem Tourismusdienstleister Freiburg Kultour angestoßen. Für die beiden neuen Stadtführer ist sie kostenlos. Die Volksbank Freiburg hat dafür 2000 Euro gespendet, den Rest übernimmt Freiburg Kultour. “Die Dolmetscherkosten trägt die Friedrich-Engisch-Stiftung. Dafür hat sich der Gehörlosenbund eingesetzt”, ergänzt Geschäftsführer Günter Ebi.
Während ihrer Ausbildung haben die beiden auch gelernt, wie sie ihre künftigen Gäste für Freiburg begeistern können – per Gebärdensprache, die übrigens auch von Land zu Land verschieden ist. Wenn sie künftig selbst eine Gruppe mit bis zu 25 Personen begleiten, wird dies Ihnen helfen, die vielen Informationen interessant zu verpacken. Der Stoff, den Gästeführer beherrschen müssen ist umfangreich: Münster, Museen, Umweltschutz, die Kultur und die Uni gehören zum Standard, aber auch ein wenig Weinverständnis zählt dazu.
“Die beiden erhalten dasselbe Honorar wie unsere anderen Gästeführer”, sagt Günter Ebi. Wie groß die Nachfrage ist, müsse sich noch zeigen. Doch erste Interessenten für Führungen in Gebärdensprache hätten sich zwischenzeitlich schon gemeldet.

Eine Antwort soweit.

  1. Das ist toll , dass man eine Gehörlose Mann mit führen und erklären mit anderen Leute reden über den Stadt in Freiburg , es ist toll dass man mit 2 gegen Gebärdesprache mit mit Hände unterhalten können , das finde ich gut ,wegen andere Städte und auch andere Länder Leute auch mit verstehen mit Hände unterhalten . macht weiter mit andere Städte auch …. viel Spass ……..