Barrierefreies Fernsehen: MDR aktuell wird untertitelt
Das MDR FERNSEHEN wird für Hörgeschädigte wieder ein Stück barrierefreier. Nach einer mehrwöchigen Testphase erscheinen seit dem 3. Mai, die beiden Hauptausgaben von MDR aktuell um 19:30 und 21:45 Uhr mit Live-Untertiteln.
Wie in Deutschland üblich, muss dafür die Videotextseite 150 aufgerufen werden. Darauf lassen sich Moderation, Nachrichten und der gesprochene Anteil der Beiträge zeitgleich nachlesen. Gehörlose und Schwerhörige können dadurch die Sendung problemlos mitverfolgen und besser verstehen, als wenn sie beispielsweise nur auf das Ablesen von den Lippen angewiesen wären. Bei der Live-Untertitelung sorgt ein Dolmetscher für eine verknappte Darstellung des mündlichen Inhalts, da immer nur zwei Zeilen Untertitel zur Verfügung stehen. Der Dolmetscher spricht den verkürzten Text neu ein. Ein Spracherkennungsprogramm bringt die Worte dann als Untertitel auf den Bildschirm.
MDR will 23 Prozent untertiteln
Der MDR löst mit der Untertitelung seiner überregionalen Fernsehnachrichten eine Zusage aus dem vergangenen Jahr ein. Intendant Udo Reiter hatte im September bei einem Treffen mit führenden Vertretern der Landesverbände der Gehörlosen versprochen, mehr nonfiktionale Angebote zu untertiteln. Regelmäßig live untertitelt werden seit vergangenem Jahr “Sport im Osten” und das vom MDR produzierte ARD-Boulevardmagazin “Brisant”. In diesem Jahr sollen 23 Prozent des gesamten MDR-Fernsehprogramms mit Untertiteln erscheinen. 2008 waren es zwölf Prozent. Die Live-Untertitelung ist ein gemeinsames Projekt mit ARD-Text.
Dieser Beitrag wurde erstellt am Montag 26. April 2010 um 21:42 und abgelegt unter Medien, Untertitel. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.(video und Text Quelle]
JARMER: DIE UN-BEHINDERTENRECHTSKONVENTION SEI NUR UNZUREICHEND UMGESETZT UND WÜNSCHT SICH IN ZUKUNFT 100 % UNTERTITELUNG
Der Verfassungsausschuss des Nationalrats hat die Beratungen über das neue ORF-Gesetz begonnen. In Form eines öffentlichen Hearings diskutierten Abgeordnete und ExpertInnen über ein von der Regierung vorgelegtes Gesetzespaket. Dieses soll den öffentlich-rechtlichen Auftrag des ORF präzisiert und dessen Finanzierung sicherstellen. Weiters soll mit der KommAustria eine unabhängige Medienbehörde eingerichtet werden.
Aus dem Pressetext sind nun die Ergebnisse des Hearings zum Thema Barrierefreiheit zusammengefasst. Eine genaue Stellungnahme zur Situation vom Österreichischen Gehörlosenbund findet sich auf ebendieser Homepage bzw. im Link unterhalb des Texts.[...weiter]
Olaf Lindner hat ganz einfach mal bei RTL nachgefragt – und eine erstaunliche Antwort bekommen:
RTL ist wie alle anderen bundesweit empfangbare Fernsehsender durch den Rundfunkstaatsvertrag in seiner 12. Fassung aufgefordert, im Rahmen der technischen und finanziellen Möglichkeiten barrierefreie Angebote wie Untertitel vermehrt aufzunehmen. Dieser Verpflichtung wird RTL spätestens mit der Inbetriebnahme des neuen Sendezentrums in Köln-Deutz in nennenswertem Umfang nachkommen können. Derzeit laufen die Vorbereitungen zur Einführung von Untertiteln bei ausgewählten Sendungen – leider können wir Ihnen noch kein Startdatum nennen.Das klingt doch schon VIEL besser als noch vor wenigen Jahren! Hoffen wir mal, dass die “finanziellen Möglichkeiten” recht großzügig sind. Und dass auch die anderen kommerziellen Sender “durch den Rundfunkstaatsvertrag in seiner 12. Fassung aufgefordert” sind, ihr Programm zu untertiteln!
Das Erste: Untertitelung für den “Bericht aus Berlin” im Ersten Neues Angebot für Gehörlose und Hörgeschädigte aus dem ARD-Hauptstadtstudio
München (ots) – Das bundespolitische Fernsehmagazin “Bericht aus Berlin” wird ab kommenden Sonntag, dem 11. April 2010, mit Live-Untertiteln ausgestrahlt. Gehörlose und hörgeschädigte Zuschauerinnen und Zuschauer können die Sendung künftig jeweils sonntags um 18.30 Uhr auf der Videotextseite 150 im ARD Text des Ersten verfolgen. Auch Sondersendungen von Parteitagen werden ab April um diesen Service erweitert.
Die Redaktion von ARD Text beim Rundfunk Berlin-Brandenburg in Potsdam und das ARD-Hauptstadtstudio entsprechen damit den Bedürfnissen der politisch interessierten gehörlosen Menschen im Publikum des Ersten, die sich beispielsweise bereits zur Bundestagswahl im vergangenen Jahr mit der Videotext-Untertitelung informiert hatten. “Nicht nur Spitzenereignisse wie Bundestags- oder Landtagswahlen müssen entsprechend angeboten werden”, meint Moderator und Chefredakteur Ulrich Deppendorf. “Gerade die regelmäßigen wöchentlichen Hintergründe und Analysen zur Bundespolitik im ‘Bericht aus Berlin’ sind wichtige Bestandteile der politischen Meinungsbildung.”
Nach “Monitor” und “Report München” ist der “Bericht aus Berlin” nun das dritte politische Magazin im Ersten mit diesem Service. Am Sonntagabend setzt es im Anschluss an die “Sportschau” die Vielzahl der Sendungen mit Untertitelung fort, gefolgt von der “Lindenstraße”, dem “Weltspiegel”, der “Tagesschau”, dem “Tatort” und “Anne Will”.
Wir berichten Euch zusammenfassend, was bis jetzt gelaufen ist.
In öffentlich rechtlichen Sendungen werden zunehmend Untertitel eingeblendet. Der ARD-Programm-Direktor Volker Herres will mehr Untertitelangebote für hörgeschädigte Menschen anbieten, damit diese auch an mehr Informationen teilhaben können. Schon damals setzte sich Sign Dialog ein Ziel für mehr Recht auf 100% Untertitel im Fernsehen ein und führte 2008 eine Demonstration während der Deutschen Kulturtage in Köln durch. Vorher organisierte sie eine Unterschriftenaktion mit dem gleichen Ziel. Es wurden etwa 170.000 Unterschriften gesammelt und durch den Deutschen Gehörlosen Bund, die Deutsche Gesellschaft und Sign Dialog an den SPD-Politiker Kurt Beck übergeben…[weiter]
Der französische Privatsender M6untertitelt als einer der ersten TV-Anbieter weltweit sein komplettes Programm für Hörgeschädigte. Das teilte der Eigentümer RTL am Dienstag mit…[weiter]