Archiv der ‘Presse aus BW’ Kategorie

Bad Teinach-Zavelstein-Fahren ist für ihn nicht das eigentliche Problem

August 31st, 2010

Schwarzwaelder-Bote – Bad Teinach-Zavelstein, 30.08.2010 ­- Für Robby Mittag stellt es kein Problem dar, Auto zu fahren. Und das obwohl der junge Mann aus Zavelstein gehörlos ist. Große Schwierigkeiten bereitet ihm jedoch die Fahrschultheorie – er braucht dabei Hilfe. Schon drei Mal hat der 24-Jährige versucht, die entsprechende Prüfung abzulegen. Doch jedes Mal ist er bislang daran gescheitert. Ärgerlich, denn “die praktische Prüfung traue ich mir zu. Auto fahren fällt mir nicht schwer”, sagt Mittag. 36 Stunden hat er bislang bei einer Fahrschule in Calw genommen – mehr als 3500 Euro hat der gelernte Koch bislang dafür ausgegeben. “Der Führerschein ist sehr wichtig für mich, da er mir sehr viele Freiheiten ermöglicht”, unterstreicht Mittag, der seit 2008 in Zavelstein lebt. Für ihn wäre es schön, als junger Mensch einfach mal spontan weggehen zu können, ohne vom Busfahrplan abhängig oder auf die Planung einer Mitfahrgelegenheit angewiesen zu sein. Auch könnte er mit einem eigenen Wagen leichter seine Eltern besuchen, die nicht in Baden-Württemberg wohnen. Ein VW Polo ist sein Wunschauto – doch ohne bestandene Theorieprüfung würde es beim Wunsch bleiben. Deswegen will er nicht aufgeben: “Wenn ich mir in der Theorie etwas sicherer bin, dann kann ich die Prüfung ablegen”, sagt er kämpferisch. Denn er weiß, dass es andere Gehörlose gibt, die auch ohne technische Hilfsmittel gut Auto fahren können, “und ich möchte das auch schaffen. Ich weiß, dass ich sehr viel schauen und mehr auf die Spiegel achten muss als ein Hörender.” Jetzt hofft er darauf, dass ihm jemand beim Lernen hilft. Ideal wäre, wenn man gemeinsam mit ihm am PC übte. Denn die Verständigung mit Menschen, die keine Gebärdensprache verstehen, ist ohne Dolmetscher das Schwierigste. Geschrieben von Wolf-Ulrich Schnurr [Bild und Text Quelle]

Veröffentlicht unter Deaf - Nachrichten 2010, Presse aus BW | Kommentare (0)

Singener Gehörlosen-Schwimmer holt in Schweden Gold und zweimal Silber bei den ¨Hörenden¨

August 30th, 2010

Nicky Lange ist Masters-Weltmeister

Südkurier, 12.08.2010 – Nicky Lange (30) von den Schwimm-Sport-Freunden (SSF) Singen gelang nach seinen vier Titeln vor zwei Jahren bei der Masters-Europa-Meisterschaft in Slowenien und seinen unzähligen Titeln und Medaillen bei den Gehörlosen-Weltspielen und Gehörlosen-Olympiaden ¨Deaflympics¨nun bei den „Hörenden“ der größte Erfolg seiner bisherigen Schwimmer-Karriere: Er wurde in Göteborg/Schweden Masters-Weltmeister und zweifacher Masters-Vizeweltmeister in der Altersklasse 30 bis 34 und gleichzeitig Schnellster aller Altersklassen über drei km im Freiwasserschwimmen. Dabei hatte Nicky Lange die härteste Herausforderung zu verdauen: Mit Ricardo Monasterio (Venezuela) hatte er über 200/400/800 m Freistil einen ehemaligen Olympia-Starter in seiner Altersklasse 30 bis 34 als direkten Konkurrenten – und der war einfach eine Klasse für sich, schwamm über 800 m Freistil neuen Masters-Weltrekord und über 400 m Freistil neuen Championship-Rekord. Nicky Lange konterte auf seine Weise: In seinem Auftaktrennen über 800 m Freistil schlug er in glänzenden 8:42,96 Minuten als Zweiter an, distanzierte den drittplatzierten Franzosen Czachor um über 15 Sekunden und belegte auch in der Gesamtwertung aller Altersklassen Rang zwei. Für Lange war diese Silbermedaille die erste Medaille bei Masters-Weltmeisterschaften. Nach Platz sechs in seinem zweiten Rennen über 200 m Freistil (1:59,96) gelang Nicky Lange über 400 m Freistil der zweite Sprung aufs Siegertreppchen: In 4:10,78 gewann er erneut hinter Monasterio Silber und distanzierte dabei Stampfer (Stuttgart/4:16,62) und Czachor (FRA/4:20,67) als Dritt- und Viertplatzierte im 54er-Feld dieser Altersklasse deutlich. Mit seiner Zeit war Lange erneut Zweitschnellster aller Altersklassen (25+älter). Im Drei-Kilometer-Freiwasser-Wettbewerb schlug dem Ältesten aus dem Singener Schwimmsportfreunde-Team von Trainer Norbert Mayer die große Stunde: In der Zeit von 34:12,7 Minuten distanzierte Nicky Lange im Rekordteilnehmerfeld seiner Altersklasse (72 Meldungen) den zweitplatzierten Ungarn Molnár um 1 Minute 34 Sekunden deutlich, gewann auf dieser Wettkampfebene erstmals Gold und auch überlegen die Gesamtwertung aller Altersklassen (25+älter). Damit erschwamm sich Lange mit Gold und zweimal Silber erstmals bei den „Hörenden“ Titel und Medaillen bei Masters-Weltmeisterschaften – für den Top-Schwimmer der SSF Lohn für die konsequente Trainingsarbeit. [Bild und Text Quelle]

Veröffentlicht unter Deaf - Nachrichten 2010, Deaf - Sport, Presse aus BW | Kommentare (0)

Amtsgericht St. Blasien spricht 55-Jährigen Gehörlose vom Vorwurf der Unterschlagung frei

August 30th, 2010

Neues Laptop sorgt für Ärgernis

Südkurier, 25.08.2010 – St. Blasien – Weil er sich ein fremdes Laptop rechtswidrig zugeeignet haben soll, musste sich ein 55- jähriger Arbeitsloser wegen Unterschlagung vor dem Amtsgericht St. Blasien verantworten. Richterin Ulrike Holler-Welz sah den Tatvorwurf aber nicht als erwiesen an und sprach den Angeklagten frei. Im Dezember 2009 kaufte die Geschädigte, die gehörlos ist, in einem Freiburger Geschäft ein Laptop und ging davon aus, das auf diesem Rechner das Betriebssystem Windows installiert sei. Den Umgang mit ihrem neuen Laptop wollte sie sich von ihrer Freundin beibringen lassen. Entgegen den Erwartungen stellte sich aber heraus, dass auf dem Laptop ein anderes Betriebssystem installiert war, mit dem auch die Freundin nichts anzufangen wusste. Die Freundin der Geschädigten erinnerte sich dann aber an den Angeklagten, der sich mit Computern auskannte und bat diesen um Hilfe. Ärgerlicherweise kannte auch der sich mit dem Betriebssystem nicht aus, bot aber an, das Gerät in Freiburg entweder umzutauschen oder die Installation zu erwirken. Das gelang aber nicht und der 55-Jährige musste unverrichteter Dinge wieder von dannen ziehen. Seine Tochter brachte ihn auf die Idee, der Geschädigten das Laptop seiner Tochter mit entsprechendem Betriebssystem zu überlassen, der Rechner der Geschädigten verblieb bei der Tochter. Tags darauf führte der 55-Jährige der Geschädigten in Anwesenheit ihrer Freundin das Laptop seiner Tochter vor. Die Geschädigte servierte bei dieser Gelegenheit Sekt, ein Glas fiel um und der Inhalt ergoss sich über das Netzteil, das aber, soweit ersichtlich, nicht beschädigt wurde. Nach der Vorführung stellte sich der Angeklagte, der Erfahrung im Umgang mit Gehörlosen hat, nach eigenen Angaben vor die Geschädigte und fragte sie, ob sie dieses Gerät behalten wolle, ansonsten müsse er es wieder mitnehmen. Die Geschädigte habe daraufhin klar deutlich gemacht, das Gerät behalten zu wollen. Aus seiner Sicht sei der Tausch perfekt gewesen. Am nächsten Tag habe ihm die Freundin der Geschädigten dann mitgeteilt, sie wolle ihr eigenes Laptop wieder. Seine Tochter habe die Rückgabe aber verweigert. Die Geschädigte selbst sagte aus, der Angeklagte habe sie nicht gefragt, ob sie das Laptop seiner Tochter behalten wolle, mit einem Tausch sei sie zu keinem Zeitpunkt einverstanden gewesen. Zum Ausgleich des Wertunterschiedes zwischen den beiden Rechnern (etwa 200 Euro) bot die Tochter des Angeklagten die Zahlung von 150 Euro an, die Geschädigte beharrte auf der Rückgabe ihres Rechners. Die Richterin sah den Nachweis, dass der Angeklagte sich den Rechner rechtswidrig angeeignet habe als nicht erwiesen und sprach ihn frei. [Text Quelle]

Veröffentlicht unter Deaf - Kriminalität 2010, Presse aus BW | Kommentare (0)

Mannheim-Polizeimeldung vom 26.07.2010-Falscher Sammler festgenommen

August 20th, 2010

Mannheim –  Als taubstumm gab sich am vergangenen Freitag ein junger Mann in  der Innenstadt aus. Vor dem Eingang eines Kaufhauses fiel der 18-jährige Rumäne einem Zeugen dabei auf, wie er die Kunden um eine Spende für eine Hilfsorganisation für Taubstumme bat. Hierbei zeigte er ihnen aucheine Liste, auf der sich die Spender eintragen konnten.Bei der anschließenden Kontrolle durch die Polizei gab der  ”Taubstumme” bereitwillig Auskunft über sein Tun. Die Hilfsorganisation stellte sich als frei erfunden heraus. In der Tasche hatte der Sammler bereits rund 80 Euro “Spendengeld”. Die auf der Liste vermerkten Spender konnten zwischenzeitlich  ermittelt werden. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass auch Personen gespendet haben, ohne sich auf der Liste zu “verewigen”. Diese werden gebeten, sich unter der Rufnummer 1740 mit der Polizei in Verbindung  zu setzen. [Text Quelle]

Veröffentlicht unter Deaf - Kriminalität 2010, Presse aus BW | Kommentare (0)

WILHELMSDORF-Gehörlose Schüler haben rechtzeitig zum WM-Start neue Handzeichen für die wichtigen Fußball-Begriffe zusammengestellt und erfunden.

August 20th, 2010
Schwäbische Post,  20.08.2010
Zu: “Vuvuzela-Wahnsinn“-Zeichen tricksen Vuvuzelas aus
Deutschland wird WM-Dritter! Ganz bemerkenswert: Gehörlose Fußballfans erfanden 55 geheime Gebärdensprachen beim früheren VfB-Trainer und Bundestrainer Jogi Löw. Es war der erste große
Aufreger der Fußball-WM: der Trööööt-Wahsinn! Fan – Trompeten nerven pausenlos. Die Lösung war schon da: Jogi übte schon Zeichensprache. Gehörlose Schüler aus Wilhelmsdorf im Süden Baden-Württembergs haben rechtzeitig zum WM-Start neue Handzeichen für die wichtigen Fußball-Begriffe zusammengestellt und erfunden. Es gibt in der Gebärdensprache zwar Worte für die gängigsten Fußball-Begriffe wie Spieler, Trainer, Angriff, Halbzeit, Ecke, Einwurf, Elfer, Freistoß und Gelbe Karte usw. Weil die Schüler aber große Fußballfans sind und bei der Fußball-WM mitreden wollten, haben sie selber Handzeichen geprägt und wenden sie zum gegenseitigen Verständnis auch an. In Sekunden und unmissverständlich kann man mit den Händen reden. Mit den Gebärden können sich die Spieler auf dem Platz blitzschnell verständigen, der Kontakt zur Trainerbank ist ebenfalls völlig problemlos-egal wie viele Vuvuzelas im Stadion tröten.
Sandra Altmann, gehörlos, Essingen [Text  Quelle]
Siehe auch Presse (mit Bild) vom 02.07.2010: Fußball geht auch ohne laute Worte

Veröffentlicht unter Deaf - Nachrichten 2010, Presse aus BW | Kommentare (0)

WILHELMSDORF-Gehörlose schließen in Heilerziehungspflege ab

August 18th, 2010
Schwaebische Zeitung, 19.07.2010 – Zum ersten Mal haben zehn gehörlose Menschen an der Gotthilf-Vöhringer-Schule in Wilhelmsdorf eine Ausbildung zum Heilerziehungspfleger absolviert. Am kommenden Freitag bekommen die Studierenden ihr Abschlusszeugnis überreicht. Die Schüler, die aus ganz Deutschland an die Schule kamen, haben zwei Jahre theoretischen Unterricht mit Abschlussprüfungen und ein Praxisjahr in einer Einrichtung gemeistert. Fast alle haben bereits ein Stellenangebot oder werden von ihrer Praxisstelle übernommen. Meist werden sie in Arbeitsfeldern eingesetzt, die Kompetenzen in Gebärdensprache erfordern und in denen ihre Hörbehinderung von Vorteil ist. Janina Rieder zum Beispiel, hat in ihrem Praxisjahr ein gehörloses Kind in einem Regelkindergarten und in der Familie begleitet und gefördert. Sina Jensen absolvierte es in einer Wohngruppe für psychisch Kranke mit Hörbehinderung. Elisa Prehn arbeitete als Heilerziehungspflegerin in einem Schulinternat für gehörlose Schüler in München. Die Gotthilf-Vöhringer-Schule ist eine Berufsfachschule mit sieben Ausbildungsgängen im Sozial- und Gesundheitsbereich. Seit 2001 wird dort ein Ausbildungszweig für gehörlose Arbeitserzieher angeboten. Das Abschlusszeugnis, das die Absolventen erhalten, enthält keinen Hinweis auf ihre Hörbehinderung. Die Prüfungen laufen auf dem gleichen Niveau ab, wie bei hörenden Mitschülern. Die Gehörlosen erhalten zum Teil mit den Hörenden gemeinsamen Unterricht. Eine Gebärdensprachdolmetscherin übersetzt ihnen das Gesagte. Die Unterrichtssprache ist die Deutsche Gebärdensprache (DGS), welches die Lehrkräfte beherrschen. [Bild und Text Quelle]

Veröffentlicht unter Deaf - Nachrichten 2010, Presse aus BW | Kommentare (0)

BAD DÜRRHEIM-130 blinde und taube Personen erkunden Narrenschopf

August 18th, 2010
Suedkurier – Bad Dürrheim, 06.08.2010 – Dass Verständigung nicht immer so einfach ist, weiß jeder alteingesessene Schwabe, der Schwierigkeiten mit Alemannisch hat. Dabei gibt es Menschen, die noch ganz andere Sprach- und Verständigungsbarrieren durchbrechen.Im Narrenschopf bekamen 130 blinde, taube oder taubblinde Personen aus 15 europäischen Ländern mit ihren Begleitern auf beeindruckende Weise die Welt der schwäbisch-alemannischen Fastnacht präsentiert. Eine der Gruppen wurde von Günther-Camill Jerg, Archivar der VSAN und des Narrenschopfes, geführt. Der hatte sich für diese Aufgabe speziell vorbereitet. „Man soll langsam sprechen, dass einem die Gebärdendolmetscher folgen können. Und man soll nicht zu sehr ins Detail gehen“, sagte er. In der Praxis sah das beeindruckend aus: Während Jerg über die Wurzeln der Fasnet sprach, übersetzte Almuth Kolb seine Worte in die deutsche Gebärdensprache. Das wiederum transferierte eine Begleitperson der Gruppe in die internationale Gebärdensprache. Die Begleiter der Taubblinden übersetzen die Worte Jergs schließlich mit Hilfe des „Lormens“, einer Technik, bei der in die Handinnenfläche getastet wird. Um sich die komplexe Geschichte der Fasnet noch besser vorstellen zu können, durften die Gäste auch Schemen anfassen oder sogar aufsetzen.
Fasziniert von dieser besonderen Form der Kommunikation war auch Christa Lörcher, Behindertenbeauftragte des Landkreises. „Es ist unglaublich, wie viele Gebärdensprachen es international gibt. Ich wollte eine lernen, weiß jetzt aber gar nicht mehr welche“, sagte sie ironisch – und einige Momente später war auch auf den Gesichtern der Teilnehmer ein Lächeln zu sehen. Die Blinden, Tauben und Taubblinden sind im Rahmen der „Europä-ischen Rehabilitations- und Kulturwoche Taubblinder“ (ERCW) in Tübingen zu Gast. Eine Woche lang treffen sich über 130 Menschen, Betroffene, Assistenten und Dolmetscher aus 15 verschiedenen Ländern, um Kontakte zu knüpfen, Erfahrungen auszutauschen und Neues zu lernen. [Bild und Text Quelle]

Veröffentlicht unter Deaf - Nachrichten 2010, Presse aus BW | Kommentare (0)

ETTENHEIM-Drei Stolpersteine warten auf ihren Platz

August 18th, 2010

Badische-Zeitung, 18.08.2010

Helene Levistein ist gehörlos und sie starb in Auschwitz / Helene Lion starb in Gurs, von ihrer Schwester Sofie fehlt jede Spur.

Hedwig Levistein, geboren 1883, war gehörlos, hatte sechs Geschwister und wollte mit ihrer Familie nach den gewaltsamen Übergriffen von Teilen der Ettenheimer Bevölkerung nach der Pogromnacht des 10. November 1938 auswandern. Da sie kein Visum bekommen hatte, ist sie nach Auskunft von Robert Krais vom DIA ins jüdische Landesasyl- und Altersheim in Gailingen am Hochrhein gebracht worden. Von dort aus wurde sie, wie alle Juden aus Baden am 22. Oktober 1940 in das südfranzösische Lager Gurs transportiert. Von dort aus ist sie mit vielen anderen Lagerinsassen nach Auschwitz deportiert und vergast worden. Die beiden anderen Frauen waren den Ettenheimern als die “Frommeles” bekannt, sagt Krais. Helene, geboren 1866 und Sofie Lion, geboren 1871 wohnten in der Friedrichstraße unter ärmlichen Verhältnissen und verdienten ihren Lebensunterhalt mit dem Verkauf von Nähbedarf. Nachdem die johlende Menge am 10. November 1938 ihre Wohnung und den gesamten Hausstand zerstörte zusammen “mit dem Gymnasialprofessor Schaaf und dem Ortsgruppenleiter Dr. Klein”, die “tatenlos dem verbrecherischen Treiben zusahen”, so Krais, wurden die Schwestern noch einige Zeit von den Nachbarn versorgt, mussten aber ausziehen und ebenfalls in Gailingen Schutz suchen. Auch sie wurden von dort aus nach Gurs transportiert. Helene starb im April 1941 in einem weiteren Lager. Von Sofie fehlt bis heute jede weitere Spur, so die Auskunft des DIA. [Quelle und weiterlesen]

Veröffentlicht unter Deaf - Nachrichten 2010, Presse aus BW | Kommentare (0)

Interview mit Günter Schroeter »Jeden Tag rund 30 Kilometer«

April 26th, 2010
Waldshut-Tiengen

“Jeden Tag rund 30 Kilometer”

Auf einen Kaffee mit…Günter Schroeter, gehörloser Ultra-Langstreckenläufer aus Waldshut. Der 72-Jährige spricht mit uns über sein Handicap und 24-Stunden-Läufe.
Ulrike Ebner: Schroeter, wie lernt man eigentlich Sprechen, wenn man wie Sie seit frühester Kindheit gehörlos ist?
Günter Schroeter: wieder sagen mir Menschen, dass viele Gehörlose nicht so sprächen wie ich. Ich habe das Sprechen und Von-den-Lippen-Ablesen in der Gehörlosen-Schule gelernt. Man muss es aber immer wieder üben, damit das Stimmorgan nicht verkümmert.
Ulrike Ebner: sind mit Ihren 72 Jahren immer noch passionierter Distanzläufer. Wie halten Sie sich fit?
Günter Schroeter: laufe oder wandere jeden Tag zwischen 25 und 30 Kilometer. Meistens verbinde ich das mit dem Einkaufen: Von Waldshut über Koblenz und Leibstadt nach Dogern und wieder zurück. Oder von Waldshut nach Döttingen, über den Berg nach Reckingen, Bad Zurzach, Einkaufen in Tiengen und wieder nach Waldshut. Bei schlechtem Wetter trainiere ich auch auf meinem Heimfahrrad.
Ulrike Ebner: 100 -Kilometer- und 24-Stunden-Läufe sind Ihre Paradedisziplin. Wie lange brauchen Sie für 100 Kilometer?
Günter Schroeter: Bestzeit sind acht Stunden und 24 Minuten, das war 1987 in Biel in der Schweiz. Heute brauche ich zwischen 14 und 15 Stunden. Hauptsache gesund im Ziel ankommen!
Ulrike Ebner: Und wie viele Kilometer laufen Sie in 24 Stunden?
Günter Schroeter: Kilometer habe ich 1989 in Basel geschafft.
Ulrike Ebner: viele Kilometer haben Sie in ihrem Leben denn schon zurückgelegt?
Günter Schroeter: 10 000 und 12 000 Kilometer pro Jahr, also insgesamt mehr als drei Weltumrundungen.
Ulrike Ebner: waren lange Zeit aktiver Wassersportler. Wann und wie entdeckten Sie Ihre Leidenschaft für’s Laufen?
Günter Schroeter: als kleiner Junge war ich Mitglied im Berliner Taubstummen-Schwimmverein und wurde 1956 Deutscher Jugendmeister im 1500-Meter-Kraul. Von 1960 bis 1988 habe ich mich dem Kanusport gewidmet. Das musste ich leider aufgeben, weil die Gepäckwagen aller Züge – ab 1988 – abgekuppelt wurden und der Bootstransport damit unmöglich war. Schade! Danach suchte ich einen Ausgleich zu meinem anstrengenden Berufsalltag als Architekt. Ich habe gelesen, dass Joggen gut sei und auch zur Stärkung meines Gleichgewichtssinns sollte ich immer viel Laufen. So habe ich im Alter von 40 Jahren damit angefangen.
Ulrike Ebner: haben Sie nie am Iron Man teilgenommen?
Günter Schroeter: , Schwimmen, Laufen – das wäre alles zu viel gewesen neben meiner Arbeit. Aber gereizt hat mich der Iron Man schon.
Ulrike Ebner: sportlichen Ereignisse stehen in diesem Jahr noch auf Ihrem Plan?
Günter Schroeter: Einiges! Allein im Mai nehme ich an vier Marathons teil. Im Juni stehen die 100 Kilometer von Biel, die Klettgauer Marschtage und der Marathon in Alt-Hürth bei Köln an.

Veröffentlicht unter Deaf - Nachrichten 2010, Presse aus BW | Kommentare (0)

GEHÖRLOSE – Baden-Württembergischer Landesverband tagte erstmals in Reutlingen

April 20th, 2010
Grußwort vom Landrat

Kommunikation ist das A und O

Geschrieben von Elke Schäle-Schmitt
REUTLINGENManche per Gebärdensprache übermittelte Informationen erschließen sich auch dem Unkundigen auf Anhieb – Applaus zum Beispiel: Alle heben die Hände in die Höhe und wedeln mit den Fingern. Klar, dass so dem Redner vorn auf der Bühne völlig geräuschlos freundliche Zustimmung signalisiert werden soll.

Was der seinen »Zuhörern« mit einer komplizierten Abfolge von Gesten »erzählt«, bleibt für Hörende allerdings ein Buch mit sieben Siegeln; es sei denn, eine Gebärdensprachdolmetscherin wie Rita Wagner oder Franziska Allin steht einem zur Seite. Die beiden sorgten am Samstag bei der Mitgliederversammlung des Landesverbands der Gehörlosen dafür, dass alle alles verstanden. Sie übersetzten die Grußworte von Landrat Thomas Reumann und Sozialamtsleiter Joachim Haas in die Gebärdensprache und umgekehrt die »gebärdete« Begrüßung des Verbandsvorsitzenden Wolfgang Reiner in gesprochene Worte. mehr lesen »

Veröffentlicht unter NEWS VOM LV UND VEREINE IN BW, Presse aus BW | Kommentare (0)